Weihnachtssterne gehören zu den meistgekauften Zimmerpflanzen. Gleichzeitig verlieren viele Exemplare jedoch schon kurz nach dem Kauf ihre Blätter. Der Eindruck, die Pflanzen seien besonders empfindlich, hält sich deshalb hartnäckig. Tatsächlich sind es meist kleine Pflegefehler, die zu Problemen führen. Wer die Bedürfnisse des Weihnachtssterns kennt, kann sich viele Wochen an seiner Farbenpracht erfreuen – oft weit über die Feiertage hinaus.
Ein guter Start zahlt sich aus
Schon im Geschäft entscheidet sich, wie lange ein Weihnachtsstern später schön bleibt. Die Pflanzen reagieren empfindlich auf Kälte und Zugluft, zeigen Schäden jedoch oft erst Tage später. Wer beim Kauf genau hinschaut, vermeidet spätere Enttäuschungen. Frische Exemplare haben dichtes, kräftiges Laub und kleine, gelbgrüne Blütenknospen in der Mitte der farbigen Hochblätter. Auch das Umfeld gibt Hinweise: Pflanzen, die hell und geschützt stehen, behalten ihre Hochblätter meist länger. Ein kurzer Blick auf die Erde lohnt sich ebenfalls – sie sollte weder ausgetrocknet noch stark durchnässt sein.
Kälte vermeiden – auch auf dem Heimweg
Viele Weihnachtssterne nehmen bereits auf dem Heimweg Schaden. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus Mexiko und vertragen Kälte schlecht. Deshalb empfiehlt es sich, sie für den Transport gut zu verpacken und möglichst ohne Umwege ins Warme zu bringen.
Im Haus zählt vor allem Konstanz
Zu Hause brauchen Weihnachtssterne vor allem stabile Bedingungen. Ein heller Standort mit Temperaturen zwischen 15 und 22 Grad Celsius ist ideal. Auch direkte Wintersonne stellt kein Problem dar. Schwieriger sind Zugluft und starke Temperaturschwankungen. Weihnachtssterne deshalb möglichst nicht zu dicht an die warme Heizung oder den Kamin stellen und beim Lüften darauf achten, die Pflanze zu schützen oder kurzzeitig umzustellen.
Weniger ist mehr – vor allem beim Gießen
Zu viel Wasser gehört zu den häufigsten Pflegefehlern. Weihnachtssterne vertragen kurze Trockenphasen besser als Staunässe. Gegossen wird erst, wenn sich die Erde auch in zwei bis drei Zentimeter Tiefe trocken anfühlt – am besten mit zimmerwarmem Wasser.
Als Faustregel für die richtige Wassermenge gilt: Normale Weihnachtssterne im 13-Zentimeter-Topf benötigen pro Wassergabe etwa 100 Milliliter – das entspricht ungefähr einem Sektglas. Mini-Weihnachtssterne in kleinen 6-Zentimeter-Töpfen kommen dagegen meist mit 10 bis 20 Millilitern aus, also etwa einem halben bis ganzen Schnapsglas. Wichtig ist außerdem, überschüssiges Wasser nach spätestens 15 Minuten aus dem Untersetzer zu entfernen.

Wie oft gegossen werden muss, hängt vor allem vom Standort und der Temperatur ab: Kleine Pflanzen oder warme Plätze erfordern meist häufigere Wassergaben als größere Exemplare in kühleren Räumen.
Düngen? Erst später ein Thema
Während der Blütezeit benötigt der Weihnachtsstern keine zusätzlichen Nährstoffe. Die Pflanzen sind beim Kauf in der Regel ausreichend vorgedüngt. Erst wenn sie nach der Saison weiterkultiviert werden sollen, ist eine regelmäßige Düngung sinnvoll.
Länger schön als gedacht
Der Weihnachtsstern gilt oft als kurzlebige Saisonpflanze – zu Unrecht. Mit den richtigen Bedingungen bleibt er über viele Wochen hinweg attraktiv und bringt Farbe in die dunkle Jahreszeit. Wer typische Fehler vermeidet, kann sich bis weit ins neue Jahr hinein an der charakteristischen Leuchtkraft der Hochblätter erfreuen.
Doch damit muss noch lange nicht Schluss sein: Nach der Blüte lässt sich der Weihnachtsstern problemlos weiterkultivieren und entwickelt sich zu einer dekorativen Grünpflanze. Im Sommer kann er sogar an einem geschützten Platz im Freien stehen. Mit etwas Geduld und konsequenter Verdunkelung über mehrere Wochen hinweg ist es zudem möglich, ihn erneut zum Blühen zu bringen – auch wenn viele Pflanzen im zweiten Jahr nicht mehr ganz so üppig erscheinen wie beim ersten Auftritt.
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